Café Deutschland

Im Gespräch mit der ersten Kunstszene der BRD

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Hans Mayer

Hans Mayer

Hans  Mayer

Hans Mayer

Düsseldorf, 13. Oktober 2016

In dem Eiskellerberg-Film eiskellerberg.tv, „Hans Mayer“, 2015. gehen Sie mit Carl Friedrich Schröer an verschiedene „historische Schauplätze“.

Hans Mayer: Meine erste Galerie in Düsseldorf hatte ich neben dem Restaurant Spoerri Am 17. Juni 1968 eröffnete Daniel Spoerri gemeinsam mit Carlo Schröter am Burgplatz 19 in Düsseldorf das Eat Art Restaurant. Ab 1970 organisierten sie Ausstellungen in der angeschlossenen Eat Art Galerie. Die Räumlichkeiten wurden 1982 geschlossen. . Und wenn ich in Deutschland war, war ich eigentlich jeden Abend im Creamcheese Das Creamcheese war eine Bar, die 1967 von dem Ehepaar Bim und Hans-Joachim Reinert in der Düsseldorfer Neubrückstraße 12 eröffnet wurde. An der Ausgestaltung der Räumlichkeiten waren mehrere Künstler beteiligt, darunter Ferdinand Kriwet, Heinz Mack und Günther Uecker. Neben Theateraufführungen und Performances fanden im Creamcheese auch Konzerte statt, unter anderen traten dort Deep Purple, Genesis und Pink Floyd auf. Aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten wurde das Creamcheese 1976 geschlossen. Siehe auch Alexander Simmeth, „Krautrock transnational. Die Neuerfindung der Popmusik in der BRD, 1968–1978“, Bielefeld 2016, S. 113 ff. . Da hatte ich auch Marken für Freibier. Das Creamcheese war der Treffpunkt der Szene. Später wurde es eine ziemliche Drogengeschichte. Damit hatte ich meine ersten Erfahrungen in London gemacht, ich wusste, was mit einem passierte. Ab 1967 habe mich aus der Geschichte vollkommen rausgehalten. Das hat mich auch nicht mehr interessiert.

In Düsseldorf an der Akademie gab es viele, die mit Drogen experimentierten, aber viele haben sich offenbar auch komplett rausgehalten. Richter zum Beispiel.

Ja, das ist richtig. In Hamburg an der Akademie war es ein großes Problem. In Düsseldorf gab es die Schulmeistertypen wie Richter oder Klapheck. Das meine ich nicht böse, das waren die ernsthaften Künstler und Professoren. Die kamen überhaupt nicht auf die Idee. Es kann auch damit zusammenhängen, dass Richter verheiratet war und ein Kind hatte.

Das hatte Polke auch.

Ja, das ist dann der Kölner Zweig. Da spielte Michael Buthe Michael Buthe (1944 Sonthofen – 1994 Köln) studierte von 1965 bis 1968 an der Staatlichen Hochschule der Bildenden Künste in Kassel bei Arnold Bode. 1968 siedelte er nach Köln über. Buthe unternahm in den 1970er-Jahren zahlreiche Reisen, unter anderem nach Marokko und in die Türkei. In seine Arbeiten flossen die Einflüsse außereuropäischer Kulturen ein. Buthe war von 1983 bis 1994 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. eine große Rolle. Und Jürgen Klauke Jürgen Klauke (* 1943 Kliding) ist ein deutscher Künstler, der in den 1970er-Jahren mit fotografischen Inszenierungen über Geschlechteridentitäten bekannt wurde. Von 1993 bis 2008 lehrte Klauke als Professor für künstlerische Fotografie an der Kunsthochschule für Medien Köln. natürlich, wenn er es heute vielleicht auch anders sieht.

Konnte man die Einflüsse in den Arbeiten der Künstler sehen? Buchloh beispielsweise sagt, nach der letzten Ausstellung, die er mit Polke gemacht hat, „Sigmar Polke. Bilder Tücher Objekte: Werkauswahl 1962–1971“, unter anderem Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 02. April – 16. Mai 1976. wurde es für ihn Drogenkunst. Konnten Sie das auch feststellen, wenn etwas in einem anderen Bewusstseinszustand entstanden ist, und war das relevant?

Das war vollkommen egal. Wenn ein Bild gut ist, spielt es keine Rolle, wie es zustande kommt. Hauptsache, das Bild ist gut. Es gab immer wieder Künstler, bei denen Drogen eine große Rolle spielten. Etwa bei Jean-Michel Basquiat oder Keith Haring. Ohne Drogen wären die Werke wahrscheinlich gar nicht so gut geworden.

Sie sind 1940 geboren. Wie waren Ihre ersten Begegnungen mit der Kunst? Gab es Erweckungserlebnisse?

Das kann ich Ihnen sagen: 1953 wurde vom Museum in Ulm das wunderbare Aquarell von August Macke „Mit gelber Jacke“ August Macke, „Mit gelber Jacke“, 1913. angekauft. Das war für mich das Schlüsselbild. Damit hat sich für mich eine neue Welt geöffnet, mit der ich oder meine Familie noch gar nicht in Berührung gekommen war. Obwohl mein Klassenlehrer, Rosenbusch, Künstler war und eigentlich ganz gute Bilder machte. Vor allen Dingen war er ein toller Lehrer. Nachdem die „gelbe Jacke“ in der Zeitung abgebildet war, sind wir mit der Schule sofort ins Museum gegangen. So ein Bild kostete damals so viel wie ein kleines Einfamilienhaus. Das war gigantisch.

Der Preis wurde auch in der Zeitung kommuniziert?

Ja, dass das Museum für 16.000 D-Mark ein Aquarell gekauft hatte, stand in der Zeitung. Das war wahnsinnig viel Geld. Damals wurde ich zum ersten Mal damit konfrontiert, dass mit mir vielleicht irgendetwas nicht stimmte. Bestimmten Freunden, mit denen ich seit dem Kindergarten zusammen war, wurde nahegelegt, mit mir den Kontakt nicht länger zu pflegen. Diese Kunst galt zu jener Zeit noch als „entartet“, und Jazz war „Negermusik“. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Ich hatte das große Glück, dass ich in Ulm aufgewachsen bin. Ulm hat damals das neue Bauhaus geprägt. Max Bill, Maldonado und Gugelot waren wichtige Personen. Ab 1949 planten Otl Aicher, Inge Aicher-Scholl und Max Bill in Ulm eine Hochschule für Gestaltung, die das Lehr- und Gestaltungskonzept des Bauhauses in der BRD wieder aufleben lassen sollte. 1953 wurde die Schule, das Gebäude war von Max Bill entworfen worden, eröffnet. Tomás Maldonado (* 1922 Buenos Aires) kam als Designer und Gestaltungstheoretiker 1954 auf Einladung Bills an die Hochschule und war von 1960 bis 1967 deren Leiter. Gemeinsam mit dem Architekten und Gestalter Hans Gugelot (1920 Makassar, Indonesien – 1965 Ulm) entwickelte er ein Schulkonzept, das sich ob der engen Zusammenarbeit mit der Industrie, zum Beispiel mit der Elektrogerätefirma Braun, vom Bauhaus-Modell entfernte. Oder auch das Programm in der Volkshochschule in Ulm zwischen 1950 und 1960, es war großartig. Die Leiterin war Inge Aicher-Scholl Inge Aicher-Scholl (1917 Ingersheim – 1998 Leutkirch) war Pädagogin, Autorin und Friedensaktivistin. Sie war die Schwester von Hans (1918–1943) und Sophie Scholl (1921–1943), die 1943 aufgrund ihres Widerstands gegen das NS-Regime ermordet wurden. 1946 wurde Aicher-Scholl in ihrer Heimatstadt Ulm Gründungsdirektorin der Volkshochschule. 1955 war sie Mitbegründerin der Hochschule für Gestaltung Ulm. , und wenn man damals den Namen Scholl trug, bekam man jeden kreativen Juden. Das war ganz großes Glück. In Ulm gab es immer zwei Parteien: die Ulmer und die Hochschüler. Das waren eigentlich zwei Gesellschaftssysteme. 65/66 wurden der Ulmer Hochschule, wie dem Bauhaus zur Nazizeit, die Gelder gesperrt, kurz darauf wurde sie geschlossen. Ich habe dann eine industriekaufmännische Lehre gemacht, weil sie mir von der Schule nahegelegt hatten, ich solle nicht mehr kommen.

Weil Sie so schlecht waren?

Nein, ich war selbstständig. Ich habe mich für andere Sachen interessiert. Ich habe zum Beispiel die höhere Mathematik nie begriffen, habe mich aber drei Jahre durchgemogelt, wie es nicht besser geht. Das ist eine sehr schöne Geschichte: Der Mathelehrer, der sehr sympathisch war, hat ganz sicher gewusst, was da abläuft. Wenn wir eine Mathearbeit geschrieben haben, habe ich ihn immer auf dem Heimweg abgepasst. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und habe gefragt – ich glaube, er hieß Beck: „Herr Dr. Beck, soll ich Ihre Aktentasche nicht zu Hause abgeben?“ In der Tasche waren unsere Hefte. Im Park habe ich das Heft unseres Klassenprimus, Gerhard, mit Nachnamen Blöd, herausgenommen, ich wusste, damit liege ich richtig. So habe ich mich drei Jahre durch die Schule gemogelt.

Und der Mathelehrer mochte Sie, sonst hätte er das sicher nicht durchgehen lassen.

Ganz genau. Der wusste das und fand es clever, wie ich mir zu helfen wusste. Die industriekaufmännische Lehre war sehr gut für mich. Eigentlich wollte ich Architekt werden. Und da man mit der mittleren Reife nicht Architektur studieren konnte, hatte ich mir überlegt, über einen Designladen zur Architektur zu kommen. Das war in Dortmund. Damals vielleicht einer der besten Möbelläden in Europa. Auch von Hans Gugelot gemacht. Und über diesen Laden habe ich Albert Schulze Vellinghausen Albert Schulze Vellinghausen (1905 Werne – 1967 Bochum) war ein deutscher Übersetzer, Sammler und Kunstkritiker, der zu den wichtigsten Förderern der Nachkriegskunst im Rheinland zählt. Er begleitete als Sammler zahlreiche junge Kunstströmungen, darunter die Gruppen junger westen und CoBrA sowie Künstler aus dem ZERO-Umfeld. Als Kritiker veröffentlichte er regelmäßig Beiträge über zeitgenössische Kunst in den Zeitungen „Die Tat“, „Der Kurier“ und „Der Mittag“. Ab 1953 war Schulze Vellinghausen als ständiger Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ für die Kultur in Nordrhein-Westfalen zuständig. Von 1964 bis 1967 lebte er auf dem Gutshof Kley bei Dortmund, den er für Kulturveranstaltungen öffnete und als Museum für seine private Kunstsammlung nutzte. 1967 stiftete Schulze Vellinghausen die Sammlung der Ruhr-Universität Bochum. kennengelernt. Der hat damals in Dortmund sein Museum in einem Bauernhof gemacht. Ganz toll. Ich war damals verheiratet, und wir waren eigentlich jeden Abend bis zwei, drei Uhr morgens bei Schulze Vellinghausen. Irgendwann hat er dann zu mir gesagt: „Mein lieber Mayer, Sie müssen doch keinen Möbelladen machen, Sie müssen Galerist werden.“

Sie haben bereits in Ulm Grafiken verkauft …

Ach, das war die Albers Josef Albers (1888 Bottrop – 1976 New Haven, Connecticut) studierte ab 1920 am Bauhaus in Weimar, wo er ab 1925 selbst unterrichtete. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 emigrierte er in die USA und war dort bis 1949 Professor am Black Mountain College in Ashville, North Carolina. Von 1950 bis 1958 unterrichtete Albers an der Harvard University, der Yale University und der Hochschule für Gestaltung Ulm. Seine bekannteste Serie, „Hommage to the Square“, entstand zwischen 1950 und 1976. Zu den bekanntesten Schülern von Albers gehören John Cage, Willem de Kooning, Robert Motherwell und Robert Rauschenberg. -Geschichte. Damit habe ich meine Autofahrten von Dortmund nach Ulm finanziert. In Münster konnte man eine orangefarbene Grafik, einen Siebdruck, für circa 50 D-Mark kaufen, in Ulm bekam man dafür 200 D-Mark.

Von wem?

Meistens von Schülern der Hochschule für Gestaltung. Albers war ja zwischendurch auch an der Hochschule in Ulm. Es gab Dozenten, die ganz scharf auf die Grafik waren. Teilweise waren es auch Schweizer, die das dann in der Schweiz noch mal für mehr Geld verkaufen konnten.

Und Sie sind mit der Mappe in die Hochschule gegangen und haben gefragt: „Wollen Sie das kaufen?“?

Nein, man kannte die alle. Ich wusste eigentlich schon, an wen ich das verkaufen konnte.

Sie haben sich damit sehr früh schon eine Art Netzwerk aufgebaut.

Freundschaften hieß das damals, nicht Netzwerk. Ich hatte in dem Möbelladen in Dortmund auch immer schon Siebdrucke. Albers, Bill, Mavignier, ganz früh Graubner, etwas Mack, aber hauptsächlich Architekten. Ich habe sehr viel mit Architekten gemacht, weil ich mich dafür sehr begeistert habe.

Haben Sie nur gekauft und verkauft, was Ihnen selbst gefallen hat? Oder wie haben Sie die Auswahl getroffen?

Generell ist bei mir in meiner gesamten Galeriezeit sehr wichtig: Jedes Bild schaue ich mir verhältnismäßig lange an. Manchmal begeistert es zu viel. Auch wenn man eigentlich nichts kaufen kann, kauft man es dann trotzdem.

Das Glück spielt eine ganz große Rolle, gerade in meinem Beruf. Ich hatte immer unglaubliches Glück. Ein großes Glück war natürlich die Eröffnung mit Josef Albers 1965 Im April 1965 zeigte Hans Mayer zur Eröffnung der (op) art galerie in Esslingen eine Ausstellung mit Werken von Josef Albers. , zwei Monate nach der Ausstellung „Responsive Eye“ „The Responsive Eye“, The Museum of Modern Art, New York, 23. Februar – 25. April 1965. In der Ausstellung über Farbwahrnehmung und Op-Art waren unter anderen auch Josef Albers, Bridget Riley und Victor Vasarely vertreten. im MoMA. Zu meiner Eröffnung kamen der Südwestfunk und das Fernsehen. In der Tagesschau liefen bestimmt anderthalb Minuten über die Eröffnung in meiner Galerie in Esslingen. Der Erste war Albers, dann kam Max Bill, dann Antonio Calderara und dann Graevenitz. Ich musste mich immer mit der Stadt absprechen, wann die Eröffnung stattfinden konnte, weil an den Tagen der komplette Verkehr lahmgelegt war. Es kamen immer 500 bis 1.000 Leute, das war für so eine kleine Stadt eine Herausforderung.

Sie hatten bereits bei der ersten Ausstellung sehr viel Publikum. Wie haben Sie die Ausstellung beworben, und wie haben Sie sich bekannt gemacht?

Nur über den Namen „(op) art galerie“. Alle haben gestaunt: „Was soll denn das, Op-Art?“ Zur Eröffnung spielte Irmin Schmidt von der Band Can. Er machte ein Konzert, das ich wiederum bei Schulze Vellinghausen gehört hatte, „Concerto for Prepared Piano and Chamber Orchestra“ (1950/51) von John Cage. Das war absolut sensationell.

Haben Sie das angekündigt?

Das wurde angekündigt.

Das heißt, Sie hatten Flyer oder irgendwelche Werbemittel?

Ich hatte Werbemittel. Die wurden wiederum von sehr guten Studenten aus Ulm gemacht. Dort waren die drei Grafiker Müller, Jokisch und Frank. Wenn man sich mit dem einen gestritten hat, musste man einen anderen suchen. Frank ist später mit mir nach Düsseldorf gegangen. Jokisch auch. Und Müller hat mit Otl Aicher die ganze Geschichte für die 72er Olympiade in München gemacht. Vom 26. August bis 11. September 1972 fanden die Olympischen Spiele erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Deutschland statt. Für die Sommerspiele in München wurde ein begleitendes Kunstprogramm mit einem Etat von 12,6 Millionen D-Mark geplant, an dem unter anderen die Künstler Heinz Mack und Otto Piene beteiligt waren. Der Gestalter Otl Aicher entwarf mit etwa 40 Mitarbeitern das visuelle Erscheinungsbild für die Olympiade. Vgl. Jochen Paul, „Otl Aicher. Design Olympia 72“, unter: https://www.muenchenarchitektur.com/news/25-kunst-kultur-design/16876-otl-aicher-design-olympia-72 (eingesehen am 30.06.2017). Das waren da die Großverdiener.

Haben Sie auch Journalisten oder Zeitungen direkt angesprochen oder angeschrieben?

Ich hatte wirklich eine sehr gute Frau. Nicht meine Frau, sondern die von einem Künstler. Sie war Journalistin bei „DM“, damals eine ziemlich bekannte Testzeitschrift, und kannte alle wichtigen Journalisten. Dieser Bericht im Fernsehen war von Uli Kienzle Uli Kienzle (* 1936 Neckargröningen) arbeitete zwischen 1956 und 1967 als Fernsehjournalist und Moderator für die Magazine „Zum Tage“ und „Abendschau Baden-Württemberg“. Er war ARD-Korrespondent für Arabien (1974–1977) und das südliche Afrika (1977–1980), leitete von 1980 bis 1990 das Fernsehprogramm von Radio Bremen als Chefredakteur und verantwortete unter anderem das ZDF-Magazin „Frontal“ (1993–2000) sowie das „Nachtduell“ zur Bundestagswahl 2002. . Kienzle war einer der ganz wichtigen Journalisten. Dann kam schon zur ersten Ausstellung Herr Reuter Edzard Reuter (* 1928 Berlin) ist ein Jurist und Manager und war von 1987 bis 1995 Vorstandsvorsitzender der Daimler Benz AG in Stuttgart. , der um die Ecke bei Mercedes gewissermaßen die Finanzen machte. Das sind alles Glücksgeschichten, die einen das ganze Leben verfolgen.

Sie haben diese Kontakte gepflegt, aber nicht die große Werbetrommel gerührt?

Ich wusste, wer in Stuttgart wichtig war. Damals lebte die Frau von Willi Baumeister Margarete Baumeister (geb. Oehm; 1898 Stuttgart – 1978 Stuttgart) war die Ehefrau des Künstlers Willi Baumeister (1889–1955). Nach dem Tod ihres Mannes verwaltete sie seinen Nachlass. noch. Sie war wichtig. Man hat darauf Wert gelegt, dass solche Leute kamen. Wenn notwendig, überlegte man, wer sie kannte und anrufen könnte. Dann gab es Frau Fleischmann Elly Fleischmann (geb. Meyerhoff) heiratete 1948 den Künstler und Vertreter des Abstrakten Konstruktivismus Adolf Fleischmann (1892–1968). . Leda Vordemberge-Gildewart Ilse Leda Vordemberge-Gildewart (1906 Osnabrück – 1981 Rapperswil) war eine Tänzerin, die zur Avantgarde der 1920er-Jahre gehörte. 1932 heiratete sie den Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899 Osnabrück – 1962 Ulm), der ab 1954 an der Hochschule für Gestaltung Ulm lehrte. Nach seinem Tod gründete seine Witwe zur Förderung junger Künstler und Betreuung des Nachlasses die Vordemberge-Gildewart-Stiftung. . Gerd Hatje Gerd Hatje (1915 Hamburg – 2007 Stuttgart) war ein Verleger, der 1945 in Calw (Baden-Württemberg) den Humanitas Verlag gründete. Ab 1947 hieß das Verlagshaus Verlag Gerd Hatje und legte seinen Schwerpunkt auf Kunst, Fotografie und Architektur. Seit 1999 firmiert der Verlag unter dem Namen Hatje Cantz. .

Alles, was in Ulm und Stuttgart in der Kultur bekannt war, war eigentlich da.

Waren Sie damals selbst von dem Interesse und dem Zulauf überrascht?

Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Gut war, dass ich bei der Eröffnung immerhin drei Bilder verkauft habe und die Bilder 20.000, 18.000 und 24.000 D-Mark kosteten.

Damit sind Sie auf einem hohen Niveau eingestiegen.

Das war richtig. Auch bei den nächsten Ausstellungen. Bei Max Bill habe ich nur zwei Arbeiten verkauft. Ich glaube, die Albers-Ausstellung haben wir im April eröffnet, und im Mai bekam ich in der Galerie einen Anruf, weil in der „Newsweek“ ein Artikel über die (op) art galerie erschienen war. Dort stand, dass in einem kleinen Dorf in der Nähe von Stuttgart eine Galerie unter dem Namen „(op) art“ mit Josef Albers eröffnet hat. Am Telefon: „Mr. Mayer?“ – „Yes.“ – „You have a Albers-show?“ – „Yes.“ – „You are the man who has the Albers-show?“ – „Yes.“ – „I’m very interested, do you have 48?“ – „What do you mean with 48? I don’t understand what you mean.“ – „Do you have the big size?“ – „Yes, I have the big size.“ – „I’m very interested. In the summer I will be in Cannes. You should visit me. I’m interested. Bring some photo material with you. I’m Mr. Jo Hirshhorn.“ Joseph Hirshhorn Joseph Herman Hirshhorn (1899 Mitau, Litauen – 1981 Washington) war ein Finanzinvestor und Kunstsammler. Er emigrierte 1907 mit seiner Familie in die USA. Hirshhorn wuchs in New York auf und verdiente später dort als Börsenmakler sein Geld. Ab den 1940er-Jahren sammelte er amerikanische und europäische Kunst der Moderne und der Gegenwart. Das Hirshhorn Museum in Washington wurde 1974 eröffnet. ! Ich bin dann zu ihm gefahren. In Jeans und mit langen Haaren kam ich da an. In Amerika wurde einem damals in so einem Aufzug unter Umständen der Tisch im Restaurant verwehrt. Hirshhorn fasste sich in die Hosentasche und gab mir einen Dollar: „At first, if you want to do business with me, get a haircut.“ Ich habe auf den Ein-Dollar-Schein geschaut: „It’s not one Dollar, it’s five Dollar, the haircut.“ Damit hat es zwischen uns sofort funktioniert. Er kaufte vier Bilder. Für insgesamt 100.000 D-Mark. Das war damals absolut sensationell.

Schulze Vellinghausen hat Ihnen geraten, eine Galerie zu machen …

Dann hat er mir zur Wahl gestellt: „Baden-Baden oder Düsseldorf.“ Da wäre er bereit, Geld hineinzustecken. Heute kann ich Ihnen sagen, warum Schulze Vellinghausen richtig Geld hatte: weil er seinen Buchladen an König verkauft hat. An Walther König Walther König (* 1939) war bei Albert Schulze Vellinghausen in der Bücherstube am Dom in Köln in der Ausbildung. Mit seinem Bruder Kasper König (* 1943 Mettingen) gründete er 1968 den Verlag Gebrüder König in Köln, der heute als Verlag der Buchhandlung Walther König mit 45 Verkaufsfilialen in Deutschland, Belgien und London geführt wird. . Als ich Schulze Vellinghausen meine Wahl für Stuttgart mitgeteilt habe, hat er gesagt: „Au! Die Schwaben!“ Ursprünglich wollte er mir 40.000 D-Mark geben. Er hat dann ein Albers-Bild von mir gekauft. Also am Ende hat er 10.000 D-Mark beigesteuert.

Haben Sie damit gerechnet, dass Sie mit der Galerie Geld verdienen würden?

Ich hatte eine Frau und ein Kind, ich musste Geld verdienen. Ich hatte kein Geld von zu Hause. Bei Schröer im Möbelgeschäft habe ich allerdings für damalige Verhältnisse richtig gut verdient. Mein ganz großes Glück war natürlich diese Albers-Geschichte.

Ein Wahnsinnsstart.

Absolut! Und dann auch mit Hirshhorn, mit dem ich bis 73/74 viele Geschäfte gemacht habe. Ich war anfangs noch sehr unerfahren. Er kaufte von mir eine Riesenplastik von Nicolas Schöffer. Das war damals ein großer Bildhauer, der unter anderem hier in der Kunsthalle Düsseldorf eine tolle Ausstellung hatte. Davon schwärmen die Leute heute noch. Hirshhorn kaufte eine 5 Meter hohe Plastik, und es fehlten drei oder vier Schrauben. Das war dramatisch, wir haben uns gestritten, woher ich jetzt diese Schrauben besorgen soll. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber so in der Art. Es ging wirklich um winzig kleine Dinge. Von da an habe ich nichts mehr an ihn verkauft. Und als wir uns irgendwann wiedertrafen, sagte er: „Hans, we have to do business.“ Da habe ich gefragt: „What do you want from me?“ – „Now, you have to buy from me, we are selecting the paintings for the museum.“ Und da konnte ich von ihm sehr gute Arbeiten kaufen, weil er nur eine Auswahl ins Museum gab. Das war wieder Glück.

Zu Beginn haben Sie vor allem die Konkrete Kunst in Ihrer Galerie gezeigt.

Ich wollte eigentlich nur konstruktiv handeln. Das erste Jahr oder die ersten anderthalb Jahre habe ich auch beinahe nur das gemacht. Eine Ausnahme war Gotthard Graubner Gotthard Graubner (1930 Erlbach – 2013 Düsseldorf) studierte 1947/48 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin sowie 1948/49 und 1951 an der Kunstakademie in Dresden. 1954 verließ Graubner die DDR und siedelte nach Düsseldorf über, wo er bis 1959 an der Kunstakademie Schüler von Georg Meistermann und K.O. Götz war. Bekannt wurde Graubner mit seinen „Kissenbildern“, auch „Farbraumkörper“ genannt. Er war unter anderem auf der documenta 4 (1968) und 6 (1977) vertreten und stellte 1982 im Deutschen Pavillon der Biennale von Venedig (1982) aus. Von 1976 bis 1996 lehrte Graubner als Professor für Freie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. , für den ich schon 62 immer mal wieder etwas verkauft hatte. Aber eigentlich hatte ich nur Konstruktive. Zur Eröffnung von Yvaral Yvaral (eigtl. Jean Pierre Vasarely; 1934 Paris – 2002 Paris) war ein Vertreter der Op-Art. Er gehörte 1960 zu den Mitbegründern der Groupe de Recherche d’Art Visuel (GRAV) und war unter anderem in der Ausstellung „The Responsive Eye“ (1965) im Museum of Modern Art in New York und auf der „documenta 3“ (1964) vertreten. 1966 zeigte Hans Mayer seine Werke in einer Einzelausstellung in der (op) art galerie. , dem Sohn von Victor Vasarely, kam dann Denise René Denise René (geb. Denise Bleibtreu; 1913 Paris – 2012 Paris) eröffnete 1944 mit einer Ausstellung von Werken Victor Vasarelys eine Galerie in Paris. Sie zeigte sowohl Vertreter der Konkreten Malerei sowie der Kinetik. 1957 zeigte sie die erste Ausstellung von Piet Mondrian in Frankreich. Ab 1967 arbeiteten Denise René und Hans Mayer zusammen, erst in Krefeld und ab 1971 in Düsseldorf. 1971 bis 1978 unterhielt René eine Dependance in New York. 2001 widmete das Centre Pompidou ihr die Ausstellung „Denise René l’intrépide. Une galerie dans l’aventure de l’art abstrait 1944–1978“. . Damals war ich schon geschieden. Es war eine sehr aufregende Zeit. Wir hatten sofort ein gutes Verhältnis. Wir reisten fast ein halbes Jahr durch ganz Europa. Immer an den Wochenenden. Wenn es irgendwo interessante Eröffnungen gab, waren wir da. Weil ich im Rheinland sehr viele Kunden hatte, aus Wuppertal zum Beispiel Dieter Rosenkranz Dieter Rosenkranz (* 1925 Berlin) ist ein deutscher Unternehmer und Kunstsammler, der sich seit 2006 vor allem in der von ihm initiierten Stiftung Zukunft Berlin engagiert. , der auch aus der ersten Ausstellung ein Albers-Bild gekauft hatte, eröffnete ich eine Galerie in Krefeld.

Sie sind damals mit dem Auto durch Deutschland und Europa gefahren?

Mit einem VW-Bus.

Waren Sie auch in den Ateliers der Künstler? Oder wo haben Sie nach neuer Kunst und Künstlern gesucht?

Sehr viel in der Schweiz, weil wir sehr viele Schweizer ausgestellt haben. Dann war ich sehr viel in Mailand, und auch in Rom.

Wodurch hatten Sie die Kontakte zu den Künstlern?

Der Kreis Kunstinteressierter war damals winzig. Ich habe immer gesagt: „Das sind 150, vielleicht 200 Personen, die infrage kommen.“ Und die kannten sich alle untereinander. Man wusste: Dieter Rosenkranz – Mary Bauermeister, es gab immer irgendwelche Bezugspersonen. Uecker und Mack kannte ich auch schon …

Woher kannten Sie sich?

Hier aus Düsseldorf. Ich war an den Wochenenden auch viel in Dortmund und im Haus Lange in Krefeld. Es hieß dann auch: „Mein lieber Mayer, Sie müssen sich unbedingt die Soto-Ausstellung in Krefeld anschauen.“ 1964 gab es im Halfmannshof in Gelsenkirchen eine Ausstellung von ZERO, „ZERO in Gelsenkirchen“, Künstlersiedlung Halfmannshof, 22. November – 08. Dezember 1963. die wiederum von Schulze Vellinghausen eröffnet wurde. Es waren Mack, Piene und Uecker dabei. Das war an dem Tag, an dem Kennedy ermordet wurde. Am 22. November 1963 wurde der amtierende US-Präsident John F. Kennedy während einer Wahlkampfreise von Lee Harvey Oswald in Dallas erschossen. Die Umstände des Attentats sind bis heute umstritten. Siehe auch Robert Dallek, „John F. Kennedy. Ein unvollendetes Leben“, München 2003. Mit wem ich immer schon etwas Probleme hatte, war Piene.

Was bedeutet das?

Piene war für mich der Inbegriff … Ich bewundere ihn, seine ganze Geschichte, über 50 Jahre beim MIT hat er sehr gute Studenten hervorgebracht, aber ich habe ihn nie begriffen und seine Arbeiten auch nicht besonders gemocht.

Auch die frühen Feuerbilder nicht?

Doch! Ich hatte eines der schönsten Rasterbilder. Ein weißes Rasterbild. Es ist vielleicht das größte Bild, das er bis dahin gemacht hat. Faszinierend!

Seine Luftskulpturen habe ich zwei- oder dreimal gesehen. Auf der Olympiade 72 Otto Piene (1928 Laasphe – 2014 Berlin) zeigte im Rahmen des Kunstprogramms der Olympischen Sommerspiele 1972 in München das Sky Event „Olympia Regenbogen“. Unter dem Titel „More Sky“ waren zur Schlusszeremonie der Veranstaltung Lichtinstallationen und Feuerbilder von ihm zu sehen. ging das, glaube ich, einen Tag ganz gut und dann nicht mehr. Bei Piene hatte ich nie ein Aha-Erlebnis. Heinz Mack hat damals zur Olympiade eine riesige Wasserwolke über einem künstlichen See gemacht 1972 konstruierte Heinz Mack mit technischer Unterstützung der Siemens AG für die Olympischen Sommerspiele in München über einem See im künstlich angelegten Olympia-Park die 36 Meter hohe Arbeit „Wasserwolke“. . Das war für die damalige Zeit unglaublich. Eine Wasserwolke, die schwebend aus dem See kam!

Die ZERO-Künstler gehörten in den 60er-Jahren schon zur älteren Generation. Hatten Sie zu der Zeit auch mit den Akademie-Schülern zu tun?

Ich war meistens mit den Professoren zusammen. Wer absolut spitze war, bei dem man aber auch aufpassen musste, war Almir Mavignier. Er wollte einem immer seine Studenten aufschwatzen.

Die Preisspanne von Josef Albers zu den Studenten der Akademie war sicher groß. Bis Richter oder Polke Preise in dieser Höhe erzielen konnten, hat es Jahre gedauert. Spielte das auch eine Rolle?

Nein, das spielte eigentlich keine Rolle. Ich habe immer auch Arbeiten für 800 oder 500 D-Mark verkauft. Aber von Richter zum Beispiel habe ich in meinem Leben vielleicht höchstens 50 Bilder verkauft. Mehr nicht. Richter hatte in Düsseldorf am Fürstenwall sein Atelier. Uecker hatte seines eine Etage darüber. Und keiner durfte mitkriegen, dass man bei dem anderen war. Uecker durfte nicht wissen, dass ich Richter besuchte. Und Richter durfte nicht wissen, dass ich Uecker besuchte. Es war immer irgendwie delikat. Deshalb hat man dann auch mit Uecker nicht so viel gemacht.

War das bei den anderen Künstlern nicht genauso delikat?

Nein. So direkt nebeneinanderliegende Ateliers waren nicht so häufig.

Klaus Rinke Klaus Rinke (* 1939 Wattenscheid) ist ein Künstler, der für seine ab 1969 entwickelten „Primärdemonstrationen“ bekannt ist. Während der 1970er-Jahre zeigte er seine Arbeiten regelmäßig in den Galerien von Konrad Fischer und Rolf Ricke sowie 1974 und 1975 in der Galerie Schmela in Düsseldorf. Im Rahmen seiner Performances kollaborierte er zeitweise mit der Künstlerin Monika Baumgartl. Von 1974 bis 2004 war Rinke Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Er war auf der documenta 5 (1972) und 6 (1977) sowie der Biennale von Venedig 1972 und 1977 vertreten. war doch auch eine Zeit lang mit in dem Haus. Waren Sie bei ihm auch im Atelier?

Nein.

Und warum nicht?

Rinke war bei Alfred Schmela Alfred Schmela (1918 Dinslaken – 1980 Düsseldorf) eröffnete 1957 in der Hunsrückenstraße 16–18 in Düsseldorf eine Galerie. Sein Programm umfasste wesentliche Positionen der deutschen Nachkriegskunst, darunter Joseph Beuys und Gerhard Richter sowie Künstler aus dem Umfeld der ZERO-Bewegung. , ganz einfach.

Und Richter war bei Heiner Friedrich Heiner Friedrich (* 1938 Stettin, Pommern, heute Polen) gründete 1963 gemeinsam mit Franz Dahlem und seiner damaligen Ehefrau Six Friedrich die Galerie Friedrich & Dahlem in München. 1970 siedelte er mit seiner neuen Lebensgefährtin Thordis Moeller nach Köln über und betrieb dort eine zweite Galerie. Ab 1973 expandierte er in die Vereinigten Staaten und eröffnete im New Yorker Stadtteil SoHo die Heiner Friedrich Gallery Inc. Das Galerieprogramm umfasste wichtige Positionen der Minimal Art und Konzeptkunst, darunter Carl Andre, Dan Flavin, Donald Judd und Walter De Maria. Mit seiner späteren Ehefrau Philippa de Menil und der Kunsthistorikerin Helen Winkler gründete Friedrich 1974 in New York die Dia Art Foundation, die eine dauerhafte Setzung künstlerischer Großprojekte unterstützt. .

Ja, aber Richter war offen.

Er hatte sogar einen Vertrag mit Friedrich. Im April 1966 unterzeichnete Gerhard Richter einen Exklusivvertrag mit der Galerie Heiner Friedrich. Im März 1968 lief dieser aus und wurde von Gerhard Richter nicht verlängert. Siehe auch die Abbildung des Vertragsdokuments in: „Galerie Heiner Friedrich. München, Köln, New York, 1963–1980“, Reihe „sediment. Mitteilungen zur Geschichte des Kunsthandels“, Nr. 21/22, 2013, S. 51–190, hier S. 58 und 59.

Friedrich war ab 70 nicht mehr so aktiv in München. Er war dort von 64 bis 70 sehr aktiv und hat sich dann vollkommen zurückgezogen.

Ich möchte aber noch kurz erklären, warum ich mich vom Konstruktivismus entfernt habe. Als ich mit Denise René eine Partnerschaft hatte, musste ich schauen, dass ich andere Künstler hatte als sie. Ich wollte keine deutsche Dependance von Denise René sein. Sie hatte damals schon Verträge mit Künstlern über 40.000, 50.000 Francs. Das war viel Geld. Daher habe ich mein eigenes Programm gemacht. Sehr amerikaorientiert. Ich habe die schönste Agnes-Martin Agnes Martin (1912 Macklin, Kanada – 2004 Taos, New Mexico) war eine US-amerikanische Künstlerin kanadischer Abstammung, die sich in ihrer minimalistischen Malerei mit dem Verhältnis von Linie und Fläche beschäftigte. Sie war auf der documenta 5 (1972), 6 (1977) und 12 (2007) vertreten. -Ausstellung auf dem Kunstmarkt in Köln gemacht. Ich weiß heute noch die Titel jedes einzelnen Bildes.

Wann waren Sie das erste Mal in den USA?

Weihnachten 66 war ich das erste Mal in Amerika. Wir mussten in Boston wegen heftigen Schneetreibens zwischenlanden. Ich wohnte damals im Regency Hotel und war Gast eines Mannes, der später ein großer Sammler wurde. Er wohnte im St. Regis, und der Erste, dem ich begegnet bin, war Salvador Dalí, mit einem Geparden.

Wo waren in New York Ihre Anlaufstellen? Wie sind Sie zum Beispiel auf Agnes Martin gekommen?

Agnes Martin habe ich auf der documenta gesehen und fand das ganz toll.

Die documenta war also auch für Sie …

… ein absolut wichtiger Anlaufpunkt!

Haben Sie Agnes Martin auch in Kassel getroffen? Oder über wen lief das?

Agnes Martin hat New York 1964 verlassen, ist nach New Mexico gegangen und wollte das Malen aufgeben. 67 oder 68 hat sie dann wieder angefangen. Arne Glimcher Arnold Glimcher (* 1938 Duluth, Minnesota) gründete 1960 in Boston die Pace Gallery. 1963 zog er mit der Galerie nach New York und betreibt heute außerdem Filialen in Peking und London. Im Programm der Galerie sind unter anderen Jean Dubuffett, Donald Judd, Agnes Martin, Carsten Nicolai und James Turrell vertreten. von der Pace Gallery hat sie wieder zum Malen bewegt. Ich bin an die Bilder eigentlich über die Elkon Gallery Die Robert Elkon Gallery wurde 1961 von Robert Elkon (1928–1983) in New York gegründet. Ihr Programm umfasst vor allem Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst aus Europa, darunter Jean Dubuffet, Max Ernst, Sam Francis, John McCracken und Antoni Tàpies. gekommen.

Das heißt, Sie haben mit amerikanischen Galerien zusammengearbeitet?

Ja, ich habe sehr viel mit Leo Castelli Leo Castelli (1907 Triest – 1999 New York) eröffnete 1939 mit dem Architekten René Drouin eine Galerie in Paris. 1941 siedelte er nach New York über, wo er 1957 eine weitere Galerie betrieb. Neben den amerikanischen Künstlern Jasper Johns, Donald Judd, Bruce Nauman, Robert Rauschenberg und Andy Warhol umfasste sein Programm auch Werke europäischer Künstler, darunter etwa Alberto Giacometti und Marcel Duchamp. Von 1932 bis 1959 war Castelli mit der Galeristin Ileana Sonnabend verheiratet. gemacht. Auch mit Sidney Janis In seiner New Yorker Galerie zeigte Sidney Janis (1896 Buffalo – 1989 New York) ab 1948 vor allem Positionen des Abstrakten Expressionismus und der Pop-Art. . Das waren wichtige Anlaufstationen.

Und Sie hatten offenbar keine Probleme, von denen Bilder zu bekommen?

Ich war ja ein junger Spund, und die fanden das natürlich alle irgendwo aufregend. Und dadurch, dass ich sehr viel mit Denise zu tun hatte und viel in Paris war, wusste ich, dass man mit einer Galerie in Düsseldorf von einem Künstler nicht verlangen konnte, ihn exklusiv vertreten zu dürfen. Daher war ich eigentlich schon zu der Zeit nicht mehr auf Künstlerverträge aus.

Hatten Sie mit irgendeinem Ihrer Künstler einen Vertrag?

Ganz am Anfang. Ich habe auch immer noch die Hand auf einigen Künstlern. Aber ich möchte nicht einengen. Ich bin immer sofort bereit, weltweit Ausstellungen zu machen.

Sie haben in Gruppenausstellungen auch Donald Judd gezeigt.

Ich habe 1967 in Krefeld die Ausstellung „Kunst für die Architektur“ „Kunst für die Architektur“, Galerie Denise René Hans Mayer, Krefeld, November 1967. gemacht. Da waren Donald Judd, Sol LeWitt und Bob Morris dabei.

Inwiefern mussten Sie sich mit Ihren Galeristenkollegen, zum Beispiel mit Heiner Friedrich, Rolf Ricke oder Konrad Fischer, die einige dieser Künstler vertreten haben, auseinandersetzen oder absprechen?

Ich glaube, ich habe in der Zeit mehr Sol LeWitt verkauft als Konrad.

In Köln gab es das Galeriehaus Auf Bestreben der Brüder Christoph und Andreas Vowinckel wurde das Galeriehaus Köln 1968 in der Lindenstraße 18–22 eröffnet. Zur ersten Generation der dort ansässigen Galerien gehörten: Galerie Heiner Friedrich, Galerie Hans-Jürgen Müller, Galerie Neuendorf, Onnasch Galerie, Galerie Rolf Ricke, Galerie M. E. Thelen, und Galerie Dieter Wilbrand. Siehe auch Brigitte Jacobs van Renswou, „Porträt Galeriehaus Köln, Lindenstraße 18–22“, unter: http://www.artcontent.de/zadik/default.aspx?s=1061 (eingesehen am: 14.06.2016). . War das Verhältnis zwischen den Galeristen freundschaftlich, oder gab es da Konkurrenz?

Heiner Friedrich war am Anfang sehr freundlich und wurde dann unglaublich arrogant. Und wenn man mit Heiner Friedrich zu tun hatte, hatte man immer auch mit Franz Dahlem Franz Dahlem (* 1938 München) gründete 1963 gemeinsam mit Heiner und Six Friedrich die Galerie Friedrich & Dahlem in München. Wegen Uneinigkeiten trennten sich Friedrich und Dahlem. Letzterer eröffnete zum Jahreswechsel 1966/67 eine Galerie in Darmstadt und lernte dort den Sammler Karl Ströher kennen. Gemeinsam mit Heiner Friedrich vermittelte er Ströher 1968 die Sammlung des US-amerikanischen Versicherungsmaklers Leon Kraushar sowie den sogenannten „Block Beuys“. Dahlem gilt als enger Vertrauter und wichtiger Vermittler der Kunst von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Uwe Lausen und Blinky Palermo. zu tun. Der war früher unangenehm und ist es heute noch.

Was war an Franz Dahlem so unangenehm?

Er war einfach rotzfrech. Das liegt mir nicht.

Wie kamen Sie mit Konrad Fischer aus?

Konrad Fischer hatte mit mir einen Vertrag. Wissen Sie warum? Wegen der „Schattenbilder“ von Gerhard Richter. Die letzten Jahre vor seinem Tod war ich mit Konrad jeden Montag im San Leo essen.

Wann haben Sie Joseph Beuys das erste Mal getroffen?

Das war bei Schmela. In der Ausstellung „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ Joseph Beuys, „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“, November 1965. Bei der Aktion konnte das Publikum von der Straße aus durch die Schaufenster der Galerie Schmela beobachten, wie Joseph Beuys im Innenraum mit gold gefärbtem Kopf einem toten Hasen die Kunstwerke erklärte. . Und wer hat da wieder gesprochen? Schulze Vellinghausen. Es kommt alles immer wieder zusammen.

Sie wussten aber damals schon, wer Beuys war?

Selbstverständlich! Ich hatte mit ihm eigentlich eine Ausstellung ausgemacht, und dann sagten meine Kunstfreunde aus Süddeutschland sehr deutlich: „Wenn du den ausstellst, kommen wir nicht mehr in deine Galerie.“ Das war brutal.

Wie dachten Sie selbst über die Arbeiten von Beuys?

Das war genau die gleiche Problematik. Der war am Drakeplatz: Oben wohnte Graubner, unten wohnte Beuys. Wenn Sie zu Graubner gingen, waren Sie unten nicht mehr zugelassen. Wenn Sie unten waren, wurden Sie oben beschimpft.

Waren Sie von den Beuys-Arbeiten sofort eingenommen?

Von den Arbeiten eigentlich nicht, aber von ihm war ich eingenommen.

Warum wollten Sie mit Beuys eine Ausstellung machen, wenn Sie von den Werken nicht begeistert waren?

Ich war von ihm begeistert, und er mochte mich. Die Geschichte mit Beuys und mir fängt bei dem Zusammentreffen mit Warhol an. Am Vorabend meiner Warhol-Ausstellung „Andy Warhol – Indians, Portraits, Torsos“, Galerie Denise René Hans Mayer, Düsseldorf, 18. Mai – 22. Juni 1979. habe ich ihn angerufen und gesagt: „Joseph, komm doch zur Eröffnung.“ Da sagte er: „Warum soll ich denn? Ich habe mit Warhol nichts am Hut.“ – „Aber du hast nächstes Jahr eine Ausstellung im Guggenheim „Joseph Beuys“, Solomon R. Guggenheim Museum, New York, 02. November 1979 – 02. Januar 1980. . Das ist richtig interessant, wenn Warhol auch kommt.“

Es war zwischen den beiden nicht Liebe auf den ersten Blick, oder?

Es war Liebe auf den allerersten Blick! Sie mochten sich unheimlich. Es war wie die erste Begegnung zwischen Mann und Frau, bei der es sofort schnackelt. Auf den Fotos sehen Sie, mit welcher Begeisterung sie aufeinander zugehen. Es war wirklich faszinierend.

Wenn Sie so früh Kontakt mit Hirshhorn hatten, bedeutet das auch, dass Sie nie Probleme hatten, deutsche Kunst in die USA zu verkaufen? Oder gab es auch Vorbehalte der deutschen Kunst gegenüber?

Die Vorbehalte gab es. Ich habe zum Beispiel mal zwei große Richter-Bilder verkauft, weil mich auf dem Kölner Kunstmarkt jemand aus San Diego angesprochen hat: „Hans, do you have any Richter for sale?“ – „Not at the moment.“ Dann fiel mir ein, dass ich bei Zwirner zwei Richter-Bilder gesehen hatte: „But I know somebody who has some paintings, I can send you photos.“ – „No, we want to see them. And we leave tomorrow morning at six o’clock to Frankfurt to go back to L.A.“ Also habe ich die Sekretärin von Zwirner angerufen und gefragt: „Habt ihr die beiden Richter-Bilder noch?“ – „Ja.“ – „Könnte ich die bis morgen früh haben? Du hast sie morgen früh zurück, oder sie sind verkauft.“ Mit meinem Lkw und meinem Fahrer habe ich die Richter-Bilder abgeholt und habe sie am nächsten Morgen um 6 Uhr auf der Domplattform präsentiert. Sie haben die Bilder damals gekauft und jetzt dem Museum in San Diego geschenkt. Jedes Mal, wenn wir uns sehen kommt: „The story is unbelievable.“

Es gibt noch so eine unglaubliche Geschichte mit einem Rothko-Bild. Das Bild haben Sie, glaube ich, auch nie besessen, sondern nur vermittelt.

Ich habe viele Bilder, die ich verkauft habe, nie besessen. Das war auch großes Glück. Die Rothko-Geschichte war wirklich so: Ich traf auf der Madison Avenue einen Schwaben, für damalige Verhältnisse sehr introvertiert und süddeutsch. Er kam gerade aus einer Rothko-Ausstellung im Whitney. Wir sind dann zusammen mittagessen gegangen, und da sagte er: „Rothko ist unglaublich! So etwas würde mir Spaß machen. Was kostet denn sowas?“ Das kostete damals eine halbe Million. Das war wahnsinnig viel Geld. Da gab es noch keine 50-Millionen-Beträge. Das hatte nur die Bundesbank. Heute hat es ja jeder.

Na ja, fast jeder.

Dann sagte ich: „Ich komme gerade von einem Privatdealer.“ Der wohnte in den Eldorado Towers, 300 Central Park West. Einer der besten Privatdealer überhaupt. „Der hat einen großen Rothko zu verkaufen.“ – „Das interessiert mich.“ Ich habe angerufen und gefragt, ob wir am Nachmittag vorbeikommen könnten, um das Bild anzuschauen. – „No problem.“ Und dann standen da „The Bird“ Constantin Brâncuși, „L’Oiseau“ (The Bird), 1923/47. von Brâncuși, Mondrians „New York City“ Piet Mondrian, „New York City“, Serie, 1941/42. , noch irgendetwas, und dann der Rothko. Es war ein Ensemble! Mondrian kostete eine Million. Und das Rothko-Bild kostete eine halbe Million D-Mark. „Ich denke darüber nach und sage dir Bescheid.“ Er hat es dann wirklich gekauft. Dann starb sehr bald sein Vater, und weil er für die Erbschaftssteuer Geld brauchte, hat er es wieder verkauft. Aber innerhalb von vier Monaten konnte er den Preis verdoppeln.

Sie haben in einem Interview mit Heinz-Norbert Jocks gesagt, dass es damals einen Nachholbedarf gab. Heinz-Norbert Jocks, „Ich kann mich am besten verständlich machen, wenn ich etwas verkaufe“. Heinz-Norbert Jocks sprach mit Hans Mayer anlässlich seines 30-jährigen Galeriejubiläums, Interviews mit Galeristen, Kunstforum International, Bd. 130, 1995, S. 438–443. Es wäre eine Hektik gewesen, weil Sie viel in relativ kurzer Zeit machen mussten. Würden Sie es heute anders machen? Ging es damals zu schnell?

Man hatte doch viel länger Zeit, sich mit einem Bild oder einem Objekt zu beschäftigen und nicht die Hektik wie heute, da man Angst vor Christie’s, Sotheby’s, Phillips und wie sie alle heißen hat.

Haben Sie als Galerist, der mit großen Events viel Publikum zog, so etwas wie eine gesellschaftliche Aufgabe übernommen?

Nein. Zur Eröffnung dieser Galerie hier am Grabbeplatz hatten wir 2011 die Generalprobe für das MoMA-Konzert von Kraftwerk. Warum haben sie es gemacht? Weil ich ihnen immer wieder sehr viele kleinere Auftritte in Museen und zu Eröffnungen vermittelt habe. Immer wenn ich Ralf oder Florian sah, sagten sie: „Wir schulden dir noch ein Konzert.“ Ich habe 25 Jahre lang geantwortet: „Der Moment kommt.“ Einen besseren Moment gibt es nicht.

Aber was war die Kunst für Sie?

Ich bin vielleicht der Galerist, der von Anfang an diesen Begriff „Cross-over“ geprägt hat.

Haben Aufbruchsstimmung und Avantgarde für Sie eine Rolle gespielt, oder haben Sie in der Galerie primär ein Geschäft gesehen?

Überhaupt nicht. Das war nie ein Geschäft, sondern die Mitteilung: „Das hier ist spitze. Da lernt ihr noch etwas dazu.“ Zum Beispiel spielten in Krefeld zu dieser Kunst- und Architektur-Geschichte „The Who“ und „Small Faces“. In Esslingen hatten wir eine Turnhalle voll explodierender Musik. Wenn einem so eine Sache einmal gelingt, weiß man ganz genau, was man machen muss.

Das gehört zur Strategie. Aber warum war Kunst überhaupt wichtig?

Das war deshalb wichtig, weil die Generation, die 10 oder 15 Jahre älter war, die damals Power hatte, noch etwas erleben wollte, was 20 Jahre lang in Deutschland nicht möglich gewesen ist. Ich bin ja auch mit vielen immer wieder nach New York oder Chicago geflogen. Ich wollte einfach zeigen, was und wie gebaut wird.

Heißt das, durch die Kunst einen anderen Blick auf die Welt zu bekommen?

Ja, durch die Kunst oder Musik oder Mode.

Spielte da die jüngste Vergangenheit eine Rolle? Wollte man den Erinnerungen etwas Neues entgegensetzen? Heute …

Heute ist das nicht mehr notwendig. Wenn Sie Ihr Leben oder das meiner Kinder betrachten: Ihr Klientel oder Ihre Freunde sind alle ständig unterwegs. Für eine Theateraufführung fliegen sie nach Prag, oder zur Eröffnung trifft man sich in Moskau. Es ist nicht mehr so aufregend.

Seit wann arbeiten Sie mit Katharina Sieverding zusammen?

Seit irgendeiner Ehrenringvergabe an Günther Uecker. Er bekam einen Preis, und sie war meine Tischdame. Wir haben uns bestens verstanden, und da habe ich sie gefragt: „Wer ist jetzt eigentlich dein Händler?“ – „Niemand.“ Und dann ging es innerhalb von einem halben Jahr eigentlich sehr gut.

War es damals ein Thema, dass es wenige Frauen gab? Katharina Sieverding hat sicher eine besondere Power. Wer hatte diese Art von Power noch?

Isolde Wawrin Isolde Wawrin (* 1949 Altdorf) studierte an den Kunstakademien Karlsruhe und Düsseldorf bei Horst Egon Kalinowski, Markus Lüpertz und Klaus Rinke. Die erste Einzelausstellung ihrer Gemälde hatte sie 1978 in der Galerie Hetzler und Keller in Stuttgart. In der Galerie Hans Mayer stellte sie erstmals 1993 aus. 1982 war Wawrin auf der „documenta 7“ in Kassel vertreten. hatte zu einem bestimmten Zeitpunkt auch Power. Sie war bei Konrad Fischer.

Und haben Sie noch andere Frauen ausgestellt?

Suzan Pitt Suzan Pitt (* 1943 Missouri) ist vor allem für ihre Animationsfilme bekannt. 1970 produzierte Pitt den ersten Animationsfilm „Bowl, Theatre, Garden, Marble Game“ und wurde 1979 für „Asparagus“ vielfach auf Filmfestivals ausgezeichnet. Die erste Einzelausstellung ihrer Malerei fand 1974 im Stedelijk Museum Amsterdam statt, 1980/81 zeigte die Galerie Denise René Hans Mayer in Düsseldorf ihre Bilder. Pitt war 1980 mit einer Filmperformance auf der Biennale von Venedig vertreten und gestaltete 1983 das Bühnenbild und die Kostüme für eine Inszenierung der „Zauberflöte“, (Wolfgang Amadeus Mozart, Uraufführung 1791) am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, die 1983 bei der internationalen Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ als „Produktion des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Von 1987 bis 1992 war sie Professorin am Department of Visual and Environmental Studies der Harvard University und lehrt seit 1998 Experimental Animation am California Institute of the Arts. . Das war auch so eine Cross-over-Frau. Sie hat einen irrsinnig guten Film gemacht, „Asparagus“. Der hat den Oberhausener Kunstpreis gewonnen. Da war ich sehr engagiert, ich kannte natürlich die entsprechenden Leute. In Wiesbaden hat sie die „Zauberflöte“ gemacht. Das war 1983 europaweit die beste Opern-Inszenierung. Ich habe viel Zeit damit verbracht, solche Außenseiter ins Gespräch zu bringen. Es war zum Beispiel immer ein Wunsch von mir, die vier Konkreten der amerikanischen Musik zusammenzubringen: Philip Glass, Steve Reich, La Monte Young und Terry Riley. Jetzt ist es zu spät. 1972 habe ich noch das Steve-Reich-Konzert gemacht.

An der Akademie in Düsseldorf waren auch Ulrike Rosenbach, Chris Reinecke … Kannten Sie die damals nicht, oder hat Sie das einfach nicht interessiert?

Es hat mich nicht interessiert. Ich war beschäftigt, meine Sache mit meinen Künstlern zu verfolgen. Allein mit Warhol war ich bestimmt 25-mal in Deutschland unterwegs. Was ich wirklich bedaure, ist, dass ich nicht immer ein Tonband dabei hatte, um die Unterhaltungen aufzunehmen. Wie man sich über Leute unterhielt, wie man bestimmte Dinge beurteilte.

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